Praxis · 50

Was muss ein überzeugendes RND-Gutachten enthalten, damit es fachlich belastbar ist?

Ein belastbares RND-Gutachten zeigt nachvollziehbar, wie die konkrete Restnutzungsdauer aus erhobenen Tatsachen und einer geeigneten Methode hergeleitet wurde. Eine bloße Jahreszahl oder ein automatisch erzeugter Modellwert genügt dafür regelmäßig nicht.

Fachlich geprüft von · Stand September 2026 · 8 Min. Lesezeit

1. Auftrag, Stichtag und Unterlagen

Objekt, Auftrag, Bewertungsstichtag und konkrete Fragestellung sollten eindeutig bezeichnet sein. Verwendete Bauunterlagen, Pläne, Rechnungen, Modernisierungsnachweise und sonstige Quellen gehören nachvollziehbar in die Dokumentation. So lässt sich unterscheiden, was festgestellt und was lediglich angenommen wurde.

2. Objektaufnahme und Feststellungen

Die Begutachtung sollte Zustand, Ausstattungsstandard, erkennbare Schäden, Modernisierungen und prägenden Gebäudeteile erfassen. Eine Fotodokumentation macht die Tatsachengrundlage nachvollziehbar. Nicht zugängliche Bereiche, Informationslücken und daraus folgende Einschränkungen müssen offen benannt werden.

3. Methode und Gesamtwürdigung

Das Gutachten sollte Methode, Parameter und die technische, wirtschaftliche und rechtliche Würdigung erklären. Die Schlussfolgerung zur RND muss aus den konkreten Objektmerkmalen folgen und darf nicht nur ein schematisches Rechnerergebnis wiederholen. Eine klare, überprüfbare Herleitung ist wichtiger als eine besonders niedrige Jahreszahl.

Einordnung: Dieser Beitrag erläutert fachliche und steuerliche Zusammenhänge allgemein. Er ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Die konkrete Anwendung sollte mit dem zuständigen Steuerberater geprüft werden.

Quellen und weiterführende Hinweise

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